Eisenbahn-Nachrichten aus Lateinamerika (Juni 2025)

ARGENTINIEN

Die Regierung Argentiniens will wieder einmal alle Bahnen des großen Landes außerhalb der Agglomeration der Hauptstadt Buenos Aires stilllegen oder privatisieren. Innerhalb der Provinz Buenos Aires soll eine bereits im November 2024 gegründete Gesellschaft den Bahnverkehr übernehmen, so die S-Bahnen der Millionenstadt und einige Fernverkehrszüge, u. a. ins Seebad Mar del Plata und Pinamar, sowie den Güterverkehr. Auch den unter der vorherigen Regierung stillgelegten Zug nach Bahia Blanca und andere will man reaktivieren.

Letztgenannte Stadt wurde erst am 7. März 2025 durch schlimme Regenfälle meterhoch von Wasser bedeckt. Alle Bahnlinien wurden teilweise komplett zerstört. Der Hafen der Stadt, wichtig für den Transport von Getreide, kann momentan nicht mehr erreicht werden. Wirtschaftlich könnte dieses Ereignis die beiden privaten Güterzuggesellschaften ruinieren. Ebenfalls schwer getroffen ist Tren Patagonico, da die Strecke von Bahia Blanca nach Süden vollständig zerstört wurde. Es wird mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Strecke gearbeitet, alles ohne Unterstützung der Zentralregierung in Buenos Aires. Die Provinzen sind auf sich gestellt. (FC News 1.4.2025)

PERU/CHILE

Am 8. Februar 2025 gingen extreme Regenfälle im Bereich des Tals des Rio Lluta nieder. Die Bahn von Arica in Richtung Visviri an der bolivianischen Grenze wurde zum Glück nicht heimgesucht. Schlechter lief es für die internationale Normalspurbahn  von Arica/Chile  nach Tacna/Peru.In der Nähe der Staatsgrenze rissen die Wassermassen eine bis 12 Meter tiefe Furche in den Wüstenboden. Die Behörden beider Länder sind sich einig, dass die Bahn wieder aufgebaut wird. Allerdings wird Peru als Eigentümer die Kosten tragen müssen. (FC News 1.4.2025)

PERU

Endlich wieder Touristenzüge von Lima nach Huancayo! Ferrocarril Central hat erstmals seit Corona wieder Touristenzüge eingeplant. Der genaue Fahrplan für 2025 ist dem Internet zu entnehmen. (FC News 1.4.2025)

PANAMA

Die Bahn entlang des Panamakanals hat ihren Personenverkehr seit Corona drastisch reduziert. Noch 2020 verkehrte an allen Werktagen ein Zug Colon – Panama – Colon, außer an Samstagen. Nach über zwei Jahren Unterbruch wurde der Personenverkehr wieder aufgenommen. Allerdings ist er zur Touristenattraktion verkommen und fährt nur noch jeden zweiten Samstag. (FC News 1.4.2025)

CHILE

Die Linie Talca – Constitucion bekommt im April 2025 neue Triebwagen von der brasilianischen Firma Marco Polo im Bundesstaat Rio Grande do Sul geliefert, die ab Januar 2026 die alten Fahrzeuge von Ferrostaal ablösen sollen. Nur eines davon soll für touristische Sonderfahrten weiter genutzt werden. (FC News 1.4.2025)

ECUADOR

Endlich scheint sich das Transportministerium um eine Wiederbelebung der Bahn in Ecuador zu kümmern. Es geht zwar nur um zwei kurze Abschnitte, aber besser als gar nichts.

Einer davon ist die 12 km lange Strecke über die Teufelsnase (Nariz del Diablo) von Alausi nach Sibambe. Hier werden aktuell 700.000 US-Dollar bereitgestellt, um alle notwendigen Reparaturen auszuführen. Noch in 2025 sollen die Züge wieder laufen. (FC News 1.4.2025)

MEXIKO

Immer mehr Personen- bzw. Touristenzüge verkehren im Südosten von Mexiko. Zweimal in der Woche kann man zwischen Coatzacoalcos und Salinas Cruz von Küste zu Küste reisen. Stand März 2025. Die Verbindung nach Palenque wird zweimal pro Woche angeboten, auch im März 2025. Der Tren Maya braucht von Palenque über Merida nach Cancun Aeropuerto etwa 12 Stunden.

Von Cancun  über Tulum und Chetumal nach Escarcega dauert die Fahrt noch einmal  9 bis 10 Stunden. Die Fahrzeiten zwischen den Zügen sind jedoch nur selten aufeinander abgestimmt, weshalb nicht die ganze Rundreise durch Yucatan an einem Tag möglich ist. (FC News 1.4.2025)

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